Geflogen wird nach vorn

(1)
So zieh‘n vorbei die ersten Tage und Wochen.
Noch auf dem Arm und schon so bald gekrochen,
gekrabbelt und gelaufen, ja so rennt die Zeit.
Eins uns eins machte mal vier, jetzt steh‘n wir hier zu zweit.

(2)
Seid jetzt bereit für euer eigenes Leben.
Wir wollen euch für euren Weg mitgeben:
Wir lieben euch unendlich tief, unendlich groß.
Wir lieben euch so weit, wir lassen euch jetzt los.

Pre-Chorus
Ihr seid am Zug
mit eurem eigenen Flug.

Chorus
Geflogen wird mit Mut, geflogen wird nach vorn.
Die hohe Luft ist gut, dafür sind Zugvögel gebor’n.
Eure Start- und Landebahn, wir halten euch nicht fest.
Aber wenn ihr es so wollt, ist hier für immer euer Nest.

(3)
Zieht weit hinaus, legt eure eigenen Spuren.
Entdeckt euch selbst in fernen, fremden Kulturen.
Lernen geht am Besten mit Bescheidenheit.
Am ehesten kommt ihr klar, wenn ihr ihr selber seid.

(4)
Im Leben gilt dasselbe wie beim Spielen:
Mit fairen Regeln klappt das mit den Zielen.
Abenteuer packt man meist aus eig‘ner Kraft,
aber schöner sind sie, wenn man sie mit Freunden schafft.

Pre-Chorus
Ihr seid am Zug
mit eurem eigenen Flug.

Chorus
Geflogen wird mit Mut, geflogen wird nach vorn.
Die hohe Luft ist gut, dafür sind Zugvögel gebor’n.
Eure Start- und Landebahn, wir halten euch nicht fest.
Aber wenn ihr es so wollt, ist hier für immer euer Nest.

(5)
Zu lernen heißt nicht Fehler zu vermeiden,
sondern mehr Fähigkeit zu unterscheiden.
Und wenn ihr irgend könnt, nehmt alles federleicht,
weil für’s Glücklichsein am Ende ziemlich wenig reicht.

(6)
Es geht nicht immer um die richtige Richtung.
Lernkurven führen irgendwann zur Lichtung.
Zurückbekommen kann nur der, der von sich gibt,
der andere, das Leben und sich selber liebt.

Pre-Chorus
Ihr seid am Zug
mit eurem eigenen Flug.

Chorus
Geflogen wird mit Mut, geflogen wird nach vorn.
Die hohe Luft ist gut, dafür sind Zugvögel gebor’n.
Eure Start- und Landebahn, wir halten euch nicht fest.
Aber wenn ihr es so wollt, ist hier für immer euer Nest.

Wenn wir geh‘n seid ihr das Kostbarste, das von uns bleibt,
indem ihr unsere Geschichte für euch weiterschreibt.


Ali und die stille Mehrheit

(1)
Es gibt Menschen, die sehen und es dabei belassen.
Ich hab‘ es immer bevorzugt, mir ein Herz zu fassen.
Wenn vermeintlich Besorgte immer lauter schrei‘n,
will ich ihnen mein Ohr und dem Frieden meine Stimme leihen.

(2)
Ich träum' davon Hunderte, Tausende zu seh‘n,
die für Vielfalt und Respekt auf die Straße geh'n.
Wenn ich Dinge schaffen kann, die als unmöglich galten,
was können du und ich dann wohl zusammen gestalten?

Chorus
Was ein Einzelner kann./Was eine Einzelne kann.
Damit fängt alles an.
Die Stimme der Straße, der stillen Mehrheit.
Sie lebt und sie bebt. Zeigt uns, dass ihr wer seid.

(3)
Ich hab' noch keine Lösung, ich hab nicht mal nen Plan.
Weiß nur das Eine: Ich hab‘ noch nicht genug getan.
Du und ich sind Regisseure in diesem System.
Sind wir der Aufbruch, den wir wollen oder doch zu bequem?

(4)
Während Andere die Mauern hochziehen und hetzen,
lasst uns nicht zur Ruhe, sondern Zeichen setzen!
Ich glaube fest daran, dass all das besser geht.
Mit Händen, Hirn und Herz, Zeit dass auch ihr aufsteht!

Chorus
Was ein Einzelner kann./Was eine Einzelne kann.
Damit fängt alles an.
Die Stimme der Straße, der stillen Mehrheit.
Sie lebt und sie bebt. Zeigt uns, dass ihr wer seid.

Lasst uns Wege finden, wo die Anderen schimpfen
und unsere Werte gegen Ängste impfen.

Chorus
Was ein Einzelner kann./Was eine Einzelne kann.
Damit fängt alles an.
Die Stimme der Straße, der stillen Mehrheit.
Sie lebt und sie bebt. Zeigt uns, dass ihr wer seid.


Wir können nicht sicher sein

(1)
Liebe Logik, ich hab‘ mich über dich gewundert.
Denn neben keiner Erkenntnis steht je eine 100.
Fernab von Berechenbarkeit hab‘ ich herumprobiert
und mein Leben nicht länger als Nummer so völlig durchkalkuliert.

(2)
Liebes Wissen, du weißt doch oft gar nicht Bescheid.
Sag‘, was hältst du von ein bisschen mehr Bescheidenheit?
Anstatt neue Wege durch richtig und falsch zu verbau‘n.
Lad‘ ich dich ein, genau zuzuhören, dich zu öffnen und mehr zu vertrauen.

Chorus
Denn das Einzige, was sicher ist,
ist dass weder ich es bin, noch du es bist.
Wir können nicht sicher sein.
Uns fällt sicher was Besseres ein.

(3)
Liebes Denken, ich hab‘ über dich nachgedacht
und im Kopf ein kleines Experiment mit dir gemacht.
Unsere vielen Gedankengebilde wie eine große Stadt,
in der jedes Modell, jede Struktur eine Straße, ein Zuhause hat.

(4)
Liebe Sprache, du fängst oft als Missverständnis an.
Sind uns wohl einig, dass man dich eher selten wirklich wörtlich nehmen kann.
Verständigung geht weit hinaus über Interpretation.
Erst guter Wille ebnet Wege, öffnet Türen einer echten Kommunikation.

Chorus
Denn das Einzige, was sicher ist,
ist dass weder ich es bin, noch du es bist.
Wir können nicht sicher sein.
Uns fällt sicher was Besseres ein
als immer nur sicher sein.

Liebes Oder, ich finde, du machst es dir zu leicht,
wenn dir entweder das Eine oder das Andere reicht.

Chorus
Denn das Einzige, was sicher ist,
ist dass weder ich es bin, noch du es bist.
Wir können nicht sicher sein.
Uns fällt sicher was Besseres ein.


Verletzlichkeit

(1)
In diesem Körper von Herberge eingecheckt
und dann immer mehr Türen und Räume entdeckt.
Dann hat es mich raus und immer weiter gezogen.
Aus dem Alltag ins All. Ich bin echt weit geflogen.

(2)
Vom Fernzug zum Jungfernflug, die Schallmauer bricht.
Für Zugvögel zählt Schnee von gestern nicht.
Verbindungen und Windungen - ich mache Sinn,
wenn ich hier und jetzt loslasse und Ursache bin.

Chorus
Ich hab‘ Grenzen verschoben
und bin abgehoben.
Von da oben hab‘ ich sie geseh‘n:
Diese Verletzlichkeit,
diese Verletzlichkeit
diese Verletzlichkeit,
mit der alles
und alle kommen und geh‘n.

(3)
Ein Netz von Lichtwellen, das interagiert
und mich in meiner Existenz, in meinem Kern regiert.
Jedes Sein, jedes Bewusstsein, jeder Raum mobil.
Diese Aufgabe im Leben ein Zwischenziel.

(4)
Ich kann fliegen, wenn ich nichts' mehr brauch',
wenn ich tief in die Welt und mich selbst eintauch',
wenn ich zurückkehre, nur um wieder zu reisen
mit immer weiteren und größeren Kreisen.

Chorus
Ich hab‘ Grenzen verschoben
und bin abgehoben.
Von da oben hab‘ ich sie geseh‘n:
Diese Verletzlichkeit,
diese Verletzlichkeit
diese Verletzlichkeit,
mit der alles
und alle kommen und geh‘n.

Und ganz egal, worum mein Wesen jetzt kreist,
ich bin Funke und Staubkorn mit Schöpfungsgeist.

Chorus
Ich hab‘ Grenzen verschoben
und bin abgehoben.
Von da oben hab‘ ich sie geseh‘n:
Diese Verletzlichkeit,
diese Verletzlichkeit
diese Verletzlichkeit,
mit der alles
und alle kommen und geh‘n.


Es ist alles nur geliehen

(1)
Risse gehen durch‘s Display, doch die Anzeige läuft weiter.
Bin der Rolle jetzt entwachsen, nie mehr Dritter oder Zweiter.
Und klopfen letzte Zweifel noch an Türen oder Fenster,
bin ich doch Herr der Tage, der vergangenen Gespenster.

(2)
Die Magengegend schlägt Alarm, doch Angst, du bist gebannt.
Bin lang‘ genug schon weggelaufen, kleinlaut weggerannt.
Die Zeit unendlich kostbar in diesem Leben auf Bewährung.
Die Sollbruchstelle im Herzen meine Liebes- und Friedenserklärung.

Chorus
Alles sternenklar,
als ich dort, im Fernen war.
Ich hab‘ mir und dir und uns verziehen.
Es ist alles, alles, alles nur geliehen.

Alles sternenklar,
seit ich dort, im Fernen war.
Ich hab‘ mir und dir und uns verziehen.
Es ist alles, alles, alles nur geliehen.

(3)
Am Tor zu kalten Schmerzen lauern sich abmühende Wärter.
Ich laufe warm, pariere leicht, ganz ohne glühende Schwerter.
Ein Zug wie dieser wird gewonnen mit vielen kleinen Siegen.
Manchmal ist das Ziel so schlicht: die nächste Kurve fliegen.

(4)
Altbekannte wollen‘s nicht sein und sind doch niederträchtig.
Mein Seelenheil. Mit Mut allein. Es geht mir wieder prächtig.
Abgetropfter Schall. Ich lass die Anderen schrei‘n.
Lauterkeit. Mein Leben darf jetzt leise sein.

Chorus
Alles sternenklar,
als ich dort, im Fernen war.
Ich hab‘ mir und dir und uns verziehen.
Es ist alles, alles, alles nur geliehen.

Alles sternenklar,
seit ich dort, im Fernen war.
Ich hab‘ mir und dir und uns verziehen.
Es ist alles, alles, alles nur geliehen.

Eines noch hat mich die Reise gelehrt: Es ging noch nie um Schuld.
Alles hat seine Zeit, seine Ordnung und braucht unsere Geduld.

Alles sternenklar,
seit ich dort, im Fernen war.
Es ist mir und dir und uns verziehen.
Es ist alles, alles, alles nur geliehen.


Lebenszeichen

(1)
Mit Tänzen entlang der Grenzen.
Purpur auf weiter Flur.
Ich fürchte kein Ganz-Allein.
Und richt‘ mich nach dem Licht.

(2)
Lebendig, in der Not wendig.
Jede Ohnmacht einfach weggelacht.
Aufgeräumt. Und losgeträumt.
Ich geh‘ soweit ich seh‘.

Pre-Chorus
Ein Zeichen wie grad eben.
Eine Liebe, die entfacht.
Die Einladung vom Leben.
Und noch ein Schritt gemacht.

Chorus
Gedanken voller Sterne
das Herz im Himmelszelt.
Das Nahe und das Ferne,
in uns die weite Welt.
Lebenszeichen,
die uns die Hände reichen.
Mit schweren Beinen
an den Kilometersteinen.
Aber Zweifel gibt es keinen,
denn ich geh‘ meinen,
du gehst deinen Weg.

(3)
Besinnen ganz tief im Innen.
So furchtlos selbst im Drachenschoß.
Vertrauen genug für den nächsten Zug.
Rebell am Lebensquell.

(4)
Stärken und sonst nichts merken.
Manchmal rückwärts, aber selbst dann zum Herz.
Mit Begleitgesang zum Neuanfang.
Klar, wie er nie war.

Pre-Chorus
Ein Zeichen wie grad eben.
Eine Liebe, die entfacht.
Die Einladung vom Leben.
Und noch ein Schritt gemacht.

Chorus
Gedanken voller Sterne
das Herz im Himmelszelt.
Das Nahe und das Ferne,
in uns die weite Welt.
Lebenszeichen,
die uns die Hände reichen.
Mit schweren Beinen
an den Kilometersteinen.
Aber Zweifel gibt es keinen,
denn ich geh‘ meinen,
du gehst deinen Weg.


Mit 103

(1)
Bin früher gern mit dem Kopf durch die Wand
oder hab' mich verrannt.
Heut' lebt sich's gut entspannt.

(2)
Immer noch nicht grade, sondern ehrlich krumm.
Wer nichts wagt, bleibt ewig dumm.
Lebenszeit ist so schnell um.

Pre-Chorus
Besonders bestückt.
Ich bin wohl gern verrückt.

Chorus
Mit 103 cruise ich mal völlig zufrieden dahin.
Wahrscheinlich ist, dass ich dann noch viel mehr als heute spinn.
Doch ich werd' wissen, das hier hatte alles seinen Sinn.
Und vor allem werd' ich feiern: Dass ich sowas von ok bin.

(3)
Bin jetzt im Frieden mit "genug".
Lebe Zug um Zug.
Nie wieder Selbstbetrug.

(4)
Die Liebe ist ein Los und ein Boomerang.
Ein Wunder voller Neuanfang.
Wie ein sanfter siebter Gang.

Pre-Chorus
Am Lenkrad oder auf der Schiene?
Oder doch auf meiner Maschine?

Chorus
Mit 103 cruise ich mal völlig zufrieden dahin.
Wahrscheinlich ist, dass ich dann noch viel mehr als heute spinn.
Doch ich werd' wissen, das hier hatte alles seinen Sinn.
Und vor allem werd' ich feiern: Dass ich sowas von ok bin.

(5)
Teilen ja, urteilen nein.
Bewertung muss nicht sein.
Was ist schon groß und klein?

Pre-Chorus
Für jede Ehrenrunde
gibt's 'ne Sonderurkunde

Chorus
Mit 103 cruise ich dann völlig zufrieden dahin.
Wahrscheinlich ist, dass ich dann noch viel mehr als heute spinn.
Doch ich werd' wissen, das hier hatte alles meinen Sinn.
Und vor allem werd' ich feiern: Dass ich sowas von ok bin.

Mein Platz ist reserviert, aber ich bin's nicht.
Ich cruize immer weiter Richtung Licht.


Einer von wir

(1)
Problemkind. Ausgegrenzt. Von wegen Schicht im Schacht.
Zug um Zug und immer weiter, auch in tiefster Nacht.
Der Umbruch tief im Grubenherz irgendwann verzieh’n.
Doch ungebrochen stets der Stolz in diesen Kolonien.

(2)
Es klagten unbarmherzig Schienen einst ihr Lied.
Komm, Glück auf, Stück für Stück rauf, weil wer nach oben zieht.
Umschlagplatz der Hoffnung, der heut‘ Weichen stellt.
Ganz egal, woher du kommst, die gleiche Chance zählt.

Pre-Chorus
Es ist nie zu spät, sich aufzurichten.
Die Leute erzählen sich später genau diese Geschichten.

Chorus
Du bist keiner von hier,
doch du bist einer von wir.
Du bist keiner von hier,
doch du bist einer, einer, einer von wir.
Du bist keiner von hier,
doch du bist einer von wir.
Du bist keiner von hier,
doch du bist einer, einer, einer von wir.

(3)
Strukturen gehen verloren, aber die Menschen nicht.
Lohberg macht sich auf wie viele, leiht dem Kind des Wandels sein Gesicht. 
Am Ende zählt nicht länger, wer die Zeche zahlt,
sondern das farbenfroheste, größte Bild vom Ankommen malt.

(4)
An unserer Bude darfst du einfach sein, du musst hier nichts erklären.
Keiner von uns würde dir die Hand verwehren.
Kumpel finden unter Tage und über die Jahre den Weg nach Hause.
Heimat mit Colalutscher, Lakritz und Brause.

Pre-Chorus
Niemand nimmt uns jemals diese Kohlen,
die wir für und miteinander aus dem Feuer holen.

Chorus
Du bist keiner von hier,
doch du bist einer von wir.
Du bist keiner von hier,
doch du bist einer, einer, einer von wir.
Du bist keiner von hier,
doch du bist einer von wir.
Du bist keiner von hier,
doch du bist einer, einer, einer von wir.

Dunkle Kohle wurde hell und bunt, erzählt das neue Lied.
Komm, Glück auf, Stück für Stück rauf. Nach oben, Ruhrgebiet.
Umschlagplatz der Hoffnung, der heut‘ Weichen stellt.
Ganz egal, woher du kommst, die gleiche Chance zählt.


Schnittmuster vom Glück

(1)
Als Sandwich-Kind geboren, hab ich mich früh aufgemacht
und mir das Leben, das ich wollte, einfach selber beigebracht.
Karriere war nie wichtig, und schon gar nicht großer Ruhm.
Familiengründung war mein Unternehmertum.

(2)
Ein Heiratsantrag kam entspannt im Jogging-Anzug daher.
Es folgten zwei Geburten, eine ziemlich schwer.
Der große Traum erfüllt, hab‘ ich auf‘s Neue Mut gefasst
und mein Leben einer neuen Liebe angepasst.

Pre-Chorus
Nachts, wenn alle schlafen, setz‘ ich mich an die Maschine.
Von der Vollzeit-Mutter-Ehefrau zur fleißigen Biene,
die Stich für Stich zusammennäht und schöne Dinge schafft,
und dabei nicht nur Stoff, sondern das Leben rafft.

Chorus
Wenn es ein Schnittmuster gäbe für das Glücklichsein,
wär’ es ein Grundschnitt nach eigenem Maß und mit freiem Design.
Legt los. Vermurkste Nähte kann man trennen.
Entscheidend ist, den roten Faden zu erkennen.
Ihr müsst Stoff geben,
um euer eigenes Leben zu leben.

(3)
In Stoff oder in See stechen, das Leben niemals horten.
Sondern leben, kreativ mit Spitzen, Tüddelkram und Borten.
Am Ende ist ein Kurs ein Kurs und bringt mich immer weiter
und macht mich nebenbei auch noch zum Wegbereiter.

(4)
Ich folg‘ ihm auch in Zukunft, meinem eignen roten Faden.
Träume höher, weiter, von meinem eignen Laden.
Ich bin die tapfere Schneiderin, das klingt vielleicht vermessen,
doch die Wahrheit ist, ich hab' schon immer Mut besessen.

Pre-Chorus
Eine Liebe voller Zierstiche, die sich doch niemals ziert.
Von der Vollzeit-Mutter-Ehefrau zu der, die nachts kreiert.
Nähe durch Zusammennähen ohne zu kopieren.
Lasst euer Glück niemals im Stich, ihr müsst es selbst gradieren.

Chorus
Wenn es ein Schnittmuster gäbe für das Glücklichsein,
wär’ es ein Grundschnitt nach eigenem Maß und mit freiem Design.
Legt los. Vermurkste Nähte kann man trennen.
Entscheidend ist, den roten Faden zu erkennen.
Ihr müsst Stoff geben,
um euer eigenes Leben zu leben.

Manchmal erschreck‘ ich mich über all das, was ich so kann.
Und fang schon bald danach mit was noch Größerem an.


Ein Alphabet, das lebt

Chorus
Es gibt Direkt-Verbindungen von A nach B,
aber wer Kurven fliegen kann, bekommt das ganze ABC.
Viele Ziele, Orte und Worte, ein Alphabet das lebt
und über allem schwebt,
wenn wir Geschichte schreiben.

(1)
Ich kann zu Hause bleiben oder das Bleiben lassen.
Ich kann Bücher lesen oder sie selbst verfassen.
Den Finger in der Steckdose, mit Rumziehgen,
bleib‘ ich weder in Gedanken noch räumlich steh‘n.

(2)
Ich kann Briefe schreiben ohne sie zu versenden.
Meinen Stift als Heimat, Weg und Ziel verwenden.
Wenn in jeder eigene Regeln und Gesetze gelten,
schalt‘ ich im Kopf hin und her zwischen den Welten.

Chorus
Es gibt Direkt-Verbindungen von A nach B,
aber wer Kurven fliegen kann, bekommt das ganze ABC.
Viele Ziele, Orte und Worte, ein Alphabet das lebt
und über allem schwebt,
wenn wir Geschichte schreiben.

(3)
Ich kann im goldenen Käfig jedes Risiko meiden
oder mich doch für Unabhängigkeit entscheiden.
Ich ziehe Schubladen auf. Ich will wahrhaftig seh‘n.
Nicht nur im Denken frei, sondern auch frei zu geh‘n.

(4)
Andere denken mit Knoten, ich kann sogar damit reisen.
Ich kann auch ohne Schein als Pilotin kreisen.
Wer den Mut hat, aufzubrechen anstatt lang zu weilen,
fürchtet Leerzeichen nicht und mag es zwischen den Zeilen.

Chorus
Es gibt Direkt-Verbindungen von A nach B,
aber wer Kurven fliegen kann, bekommt das ganze ABC.
Viele Ziele, Orte und Worte, ein Alphabet das lebt
und über allem schwebt,
wenn wir Geschichte schreiben.

(5)
Ich kann durch’s Reden denken, die Gedanken formen.
Ich kann Ideen umsetzen, fernab der Normen.
Wo die Sprache ihren Zielort nicht erreichen kann,
fängt die Reise für mich erst richtig an.


Vom Lehrer

(1)

Sei ein Erwacher.
Ein Weiter-Macher.
Ein Überleger
und Was-Beweger.
Sich-Interessierer.
Ausprobierer.
Nicht-Länger-Warter.
Jetzt Durchstarter.
Verrückt-Krumdenker.
Spontan-Umlenker.
Poly-Rhythmiker
und Ganz-Weit-Blicker.
Vielfach-Flieger.
In-Kurven-Lieger.
Nicht-länger-Feiger.
Büro-Aussteiger.

Pre-Chorus
Keine Zweifel, keine Fragen.
Du musst dich nach draußen wagen.

Chorus
Warum solltest du, weil du komplex bist, Komplexe haben?
Wir stehen doch auch sonst auf tolle Muster und bunte Farben.
Einfalt macht alt. Vielfalt gibt Halt.
Vergiss das Gefasel von den lockeren Schrauben.
Du musst an dich selber glauben.

 

(2)
Ein Nicht-Versacker.
Und Jetzt-Zupacker.
Ein Vorbereiter.
Und Zu-Arbeiter.
Ein Anti-Prahler.
Heller Strahler.
Ein voller Lehrer.
Weisheits-Vermehrer.
Gern-Zitierer.
Meditierer.
Ein alles-Rauskitzler.
Und Drauf-Los-Kritzler.
Nüchtern-Berauschter.
Neu Eingetauschter.
Diamanten-Schleifer
mit Herzens-Eifer.

Pre-Chorus
Keine Zweifel, keine Fragen.
Du musst dich nach draußen wagen.

Chorus
Warum solltest du, weil du komplex bist, Komplexe haben?
Wir stehen doch auch sonst auf tolle Muster und bunte Farben.
Einfalt macht alt. Vielfalt gibt Halt.
Vergiss das Gefasel von den lockeren Schrauben.
Du musst an dich selber glauben.

(3)

Bleib' immer Schüler.
Ein in-Themen-Wühler.
Ein Talent-Ausleber
und Traum-Anstreber.
Ein Balancierer.
Improvisierer.
Chancen-Finder.
Und Verbinder.
Ein Mit-Aufbauer.
Menschen-Vertrauer.
Grenzen-Aufbrecher.
Und In-See-Stecher.
Ein Viel-Gewinner.
Tief-Besinner.
Gang-Höher-Schalter.
Mit-Mut-Entfalter.

Pre-Chorus
Keine Zweifel, keine Fragen.
Du musst dich nach draußen wagen.

Chorus
Warum solltest du, weil du komplex bist, Komplexe haben?
Wir stehen doch auch sonst auf tolle Muster und bunte Farben.
Einfalt macht alt. Vielfalt gibt Halt.
Vergiss das Gefasel von den lockeren Schrauben.
Du musst an dich selber glauben.